31. Dezember 09

Web Analytics 2009 – in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Das Jahr 2009 bewegt sich mit schnellen Schritten dem Ende entgegen, 2010 steht an. Da ist es doch an der Zeit noch kurz inne zu halten und auf ein paar bewegende Web Analytics Themen zurück- und auch vorauszuschauen.

So deutlich wie kaum je hat sich dieses Jahr gezeigt, dass Web Analytics in Europa etwas anderes ist als in den USA oder sonst wo auf der Welt. Zwar sind es weiterhin die Koryphäen aus den USA wie Avinash Kaushik oder Eric T. Peterson, welche neue Analytics-Erkenntnisse präsentieren und die Entwicklungen on the Edge vorantreiben. Datenschutz – das Analytics-Thema der letzten Monate in Europa – ist jedoch in Vereinigten Staaten kaum eine Notiz oder ein Tweet wert. Die ungleichen Ausgangslagen in der Gesetzgebung und die unterschiedlichen Anforderungen von hiesigen Unternehmen verlangen geradezu nach einer anderen Schwerpunktsetzung in Web Analytics hierzulande.

Wie Web Analytics in Deutschland und Österreich im Jahr 2009 von Unternehmen genutzt wurde, das zeigt der kürzlich erschienene Web Analyse Report von e-dialog. In Österreich setzten dabei etwa 65% der wichtigsten börsenkotierten Unternehmen Web Analytics Tools ein. Erstaunlicherweise sind dies aber immer noch rund 12% mehr als in Deutschland. Für die Schweiz gibt es noch keine entsprechende Statistik – jedoch ist an der Universität Freiburg (Schweiz) eine entsprechende wissenschaftliche Untersuchung im Gange. Mittels eines ausgeklügelten Fragebogens soll der Einsatz und Nutzen von Web Analytics Systemen in Unternehmen untersucht werden – die Teilnahme an der Untersuchung sei hier gerne empfohlen.
Rein auf dieses Blog bezogen waren Folgendes die am stärksten frequentierten und diskutierten Inhalte – und somit die web-analytics-nutzen.de-Schwerpunktthemen 2009:

  • Die Diskussion zu Datenschutz und insbesondere die Verwendung und dem Opt-Out von Google Analytics. Ein Spiegel Online-Artikel mit Verweis auf dieses Blog führte dazu, dass sich an einem einzelnen Tag knapp 4000 Besucher hier zum Thema informierten.
  • Ein anderes Datenschutz-Problem – nämlich das Leck von Xing, welches die Identifizierbarkeit von Website-Besuchern ermöglicht (obwohl ich dies schon 2008 aufgedeckt hatte erst in diesem Jahr heiss diskutiert worden)
  • Die neuen Möglichkeiten mit dem Event-Tracking, z.B. für die Messung der gelesenen Seiten, Nutzerfeedback oder die Bedienbarkeit der Navigation
  • Die Abstimmung zu den besten Web Analytics Blogs in Deutsch und Englisch

Neben der Beliebtheit der Inhaltsthemen auch noch kurz auf meine anderen Blog-KPIs geschielt ergibt sich folgendes Bild:

  • 22 Posts in 2009 (nicht ganz 2 pro Monat: Steigerbar, aber Qualität soll vor Quantität gehen)
  • Knapp 6 Kommentare pro Post
  • Durchschnittliche Inhaltsbewertung bei 4.57 ( auf einer Skala 1-5)
  • 30% aller Besucher lesen eine Seite (Seiten-Betrachtungsdauer > 1 Min.)

Beim vorausschauenden Blick ins 2010 bin ich überzeugt, dass es weiterhin spannend bleibt und Web Analytics auch im kommenden Jahr weiter an Bedeutung gewinnen wird. Neue und alte Themen wie Mobile Analytics, Social Media Analytics, Targeting aber auch Datenschutz werden uns wohl auch im kommenden Jahr beschäftigen. Gleich im Januar erscheint aber erst mal die zweite Auflage meines Web Analytics-Buches (für eine Benachrichtigung bei Erscheinung bitte in diesem Formular eintragen), welches jetzt zumindest auf dem Stand von 2009 wieder aktuell ist.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Rutsch ins 2010 und dann ein erfolgreiches Jahr mit einer Vielzahl von analytischen Erkenntnissen!

02. Dezember 09

Web Analytics Buch-Cover: Abstimmen und gewinnen!

In Kürze ist es soweit: Die zweite und um über 100 Seiten erweiterte Auflage des Buches "Web Analytics" kommt in die Läden. Was als Letztes noch fehlt, ist ein attraktives und zum Thema passendes Cover. So wie bereits die Inhalte der neuen Kapitel, die Liste der wichtigsten Web Analytics- und Online-Marketing-Blogs sowie weitere Teile des Buches hier in diesem Blog definiert wurden, möchte ich mich auch für die Auswahl des Covers auf eure Meinung stützen.

Was gibts zu gewinnen?

LandingPages Um zugleich das Ganze noch etwas attraktiver zu gestalten, hat sich der Verlag mitp verdankenswerter Weise dazu bereit erklärt einen kleinen Wettbewerb zu sponsoren. Unter allen Teilnehmern darf ich deshalb zwei Bücher "Landing Pages - Optimieren, Testen, Conversions generieren" von Tim Ash verlosen. In "Landing Pages" wird anhand von Beispielen erläutert, was eine gute oder schlechte Landing Page ausmacht. Es finden sich zudem zahlreiche Tipps, wie man den Erfolg von Landing Pages testet und schlussendlich optimert.


Und, als Hauptpreis des Wettbewerbs gibts einen neuen Ipod Nano (8GB) mit integrierter Video-Kamera und FM-Radio zu gewinnen.

Ipod_silver
Wie mitmachen und gewinnen?

Mitmachen ist ganz einfach - folgende drei Schritte sind für eine Teilnahme am Wettbewerb notwendig:

1. Abstimmen: Welches der folgenden Cover für ein Web Analytics Buch spricht dich am meisten an?

Cover1 Cover2 Cover3
A: Blau B: Schwarz C: Rot
 

2. Twitter-Follower werden: Werde Follower meines Twitter-Accounts

3. Folgendes twittern: Twittere Folgendes von deinem Twitter Account aus (oder einfach hier klicken, einloggen und Tweet absenden): Ipod zu gewinnen: Für Cover des Web Analytics Buchs von @mhassler abstimmen und gewinnen http://bit.ly/8RUt0v #wa_buch

Wer seine Chance verdoppeln möchte, kann dies mit einem zusätzlichen Blogpost mit Hinweis zur Abstimmung und Link auf diese Seite tun (URL des Posts unten als Kommentar angeben, falls der Trackback nicht tun sollte...)

Die Verlosung erfolgt am 17. Dezember, 21:00 unter all meinen Twitter-Follern, welche einen Tweet mit obigem Inhalt bis dann versendet haben oder einen Blog-Post mit Verlinkung erstellt haben. Die Auslosung der Gewinner erfolgt über einen Zufallsmechanismus und kann nicht angefochten werden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden via Twitter direkt kontaktiert und auf dieser Seite bekannt gegeben.

Und wann ist die 2. Auflage verfügbar?

Der Erscheinungstermin für die 2. und erweiterte Auflage ist Januar 2010. Wer benachrichtig werden möchte sobald das Buch bestell bzw. vorbestellbar ist, kann sich in die Benachrichtigungsliste eintragen.

Dann vielen Dank für deine Mithilfe bei der Auswahl des Covers und viel Glück im Wettbewerb!

14. November 09

Datenschutz fördern: Opt-Out für Web Analytics Tracking-Codes

Fortwährend eine brennende Frage ist die juristische Situation beim Einsatz von Web Analytics Systemen wie Google Analytics auf der eigenen Website – ich habe bereits mehrmals auf diesem Blog darüber berichtet. Die Meinungen zu dieser Thematik gehen von „verboten“ über „riskant“ bis „problemlos“ weit auseinander. In Deutschland sind sich selbst die Gerichte uneins. Je nach Amtsgericht ist die Speicherung der IP-Adresse – darum geht’s schlussendlich – einmal personenbezogen und daher ohne vorgängige Einwilligung des Nutzers untersagt (Amtsgericht Berlin Mitte) oder aber erlaubt (Amtsgericht München). Der Entscheid eines höheren Gerichts steht noch aus, derweil in der Praxis wie bereits in den letzten 15 Jahren (!) IP-Adressen ausser in Analytics-Systemen vor allem auch in Server-Logfiles weiter gespeichert werden – das kümmert allerdings in der aktuellen Diskussion kein Jurist oder Gericht.

Mein Votum in diesem Thema appelliert an die Vernunft und das gemeinsame Wohlwollen von Websitebetreibern und Nutzern. Gespeicherte IP-Adressen können ausser von Internet Service Providern und dem Staat nicht eindeutig einer Person zugeordnet werden – von ganz seltenen und aussergewöhnlichen Fällen mal abgesehen. Dennoch möchten einige Website-Besucher sehr vorsichtig mit ihren Web-Fussabdrücken umgehen – und diesem Bedürfnis sollte ein seriöser Website-Betreiber Folge leisten. Meine Empfehlung für Website-Betreiber, welche ein Analytics-System einsetzen, lautet daher wie folgt:

  • Datenschutzerklärung kommunizieren: Egal welche Daten man sammelt und was man damit tut, es sollte immer für den Nutzer transparent bleiben. Am sinnvollsten hinterlegt man diese Transparenz in einer Privacy Policy bzw. Datenschutzerklärung auf der Website.
  • Analytics-Daten nicht mit personalisierten Informationen verknüpfen: Obwohl die Verknüpfung vielfach interessant wäre, ist dies ohne explizite Einwilligung des Nutzers nicht legal.
  • „Opt-in-Verfahren“ bei Übermittlung persönlicher Daten: Sobald persönliche Daten wie Name, Adresse, E-Mail-Adresse etc. zum Beispiel über ein Kontaktformular oder eine Anmeldung gesammelt und anschließend gespeichert werden, sollte der Besucher um explizite Erlaubnis (Opt-in-Verfahren) zur Speicherung dieser Daten gefragt werden.
  • Ort der Datenspeicherung beachten: Wer die Speicherung der Daten nicht intern betreibt, sondern bei einem Web Analytics-Anbieter als Software as a Service (SaaS) bezieht, sollte sich über den Standort des Datencenters im Klaren sein. Werden die Daten durch den Drittanbieter innerhalb eines europäischen Landes gespeichert, kann man davon ausgehen, dass der Anbieter ähnlichen gesetzlichen Bedingungen unterliegt wie man selbst. Anbieter wie Nedstat, Yahoo oder Webtrekk speichern z.B. die Nutzungsdaten in einem europäischen Land.
  • Option zur Abschaltung des Trackings bieten: Ebenfalls ein faires Verhalten ist es, dem Besucher anzubieten, dass sein Nutzungsverhalten überhaupt nicht gespeichert wird. Bei so einem Opt-out-Verfahren kann der Besucher mittels Deaktivieren einer Check-Box das Tracking abschalten – seine Einstellung wird dabei in einem Cookie gespeichert.

Den letzten Punkt finde ich ganz wichtig und eindrücklich, um dem Besucher zu demonstrieren, dass wirklich ein Wohlwollen seitens des Website-Betreibers besteht. Überdies bin ich überzeugt, dass nur ganz wenige Nutzer von einer solchen Option Gebrauch machen werden (auch dies liesse sich übrigens tracken) – allein die Möglichkeit schafft aber schon sehr viel Vertrauen. Auf diesem Blog besteht übrigens ebenfalls die Möglichkeit, das Tracking via Google Analytics auf Wunsch zu unterbinden. Die Einstellungen werden in einem Cookie gespeichert, so dass ab der Folgeseiten oder beim nächsten Besuch bis auf Widerruf keine Nutzungsdaten des betreffenden Besuchers mehr an Google Analytics gesendet werden.

GoogleAnalyticsAbschalten 
Manche Web Analytics-Systeme bieten solche Opt-Out Funktionen für Ihre Produkte bereits an. Andere – darunter auch bei Google Analytics – kennen eine solche Funktion noch nicht. Allerdings kann man mit ein paar Zeilen JavaScript-Code so etwas recht einfach implementieren. Folgender Code-Ausschnitt zeigt, wie dies für Google Analytics geht. Damit können auch Website-Betreiber welche Google Analytics einsetzen demonstrieren, dass auf Wunsch des Besuchers keine Daten an Google gesendet werden.

<html>
<head>
<script type="text/javascript">

function getCookie(value) {
    var dc = document.cookie;
    var prefix = value + "=";
    var begin = dc.indexOf("; " + prefix);
    if (begin == -1) {
    begin = dc.indexOf(prefix);
    if (begin != 0) return null;
    } else {
    begin += 2;
    }
    var end = document.cookie.indexOf(";", begin);
    if (end == -1) {
    end = dc.length;
    }
    return dc.substring(begin + prefix.length, end);
}


function doGA_Tracking()
{
   var GA_OptOut = getCookie("GA_OptOut");
   if (GA_OptOut && GA_OptOut!=null && GA_OptOut=='true') return false
   else return true;
}

var expdate=new Date();
expdate.setDate(expdate.getDate()+365);

</script>
</head>
<body>


<input type="checkbox" id="GA_OptOut" value="true" onClick="this.checked?document.cookie='GA_OptOut=false;path=/;expires='+expdate.toGMTString()+';':document.cookie='GA_OptOut=true;path=/;expires='+expdate.toGMTString()+';'"> Besuch mit Google Analytics aufzeichnen.<br/>

<script type="text/javascript">
//Wenn neben dem Standard-Tracking-Code (GATC) zusätzlich bei bestimmten Ereignissen, z.B. Klick auf Links, Events oder virtuelle Seitenaufrufe implementiert werden, müssen diese mit untenstehendem Code ergänzt werden (doGA_Tracking()?BESTEHENDER_TRACKINGAUFRUF:'';). Andernfalls würde das Ereignis ein Fehler werfen falls der GATC vom Besucher deaktiviert wird.

//doGA_Tracking()?pageTracker._trackEvent('Links', 'Subscription', 'RSS-Mainfeed'):'';

</script>
<script type="text/javascript">
   var el=document.getElementById('GA_OptOut');
   if (el!=null) el.checked = doGA_Tracking();
</script>


<script type="text/javascript">
   if (doGA_Tracking())
   {
  var gaJsHost = (("https:" == document.location.protocol) ? "
https://ssl." : "http://www.");
  document.write(unescape("%3Cscript src='" + gaJsHost + "google-analytics.com/ga.js' type='text/javascript'%3E%3C/script%3E"));
   }
</script>


<script type="text/javascript">
   if (doGA_Tracking())
   {
  try{
var pageTracker = _gat._getTracker("UA-xxxxxx-x");
pageTracker._trackPageview();
  }
  catch(err) {}
   }
</script>
</body>
</html>

06. Oktober 09

Web Analytics Association - Late Afternoon am 3.11 in Zürich

Nachdem bereits in Düsseldorf erfolgreich und in Kürze auch in Wien und Frankfurt ein "Web Analytics Association Late Afternoon" (WAALA) durchgeführt wird, folgt nun der erste Termin in der Schweiz: In Zürich (Namics Office beim Hauptbahnhof) treffen sich am Dienstag 3. November um 17:30 Web Analytics-Interessierte, -Einsteiger, -Anwender, -Professionals und -Neugierige zum ungezwungenen Wissensaustausch, Diskussion und Networking. In Kurzvorträgen werden neben Fallstudien u.a. Daniel Schwarz über Web Analytics-Erfahrungen bei SBBRalf Haberich über Video-Analytics und Marco Hassler über Event-Tracking erzählen, weitere Themeninputs sind gerne willkommen. Auch für das Hauptziel der Veranstaltung - dem Erfahrungsaustausch in der Diskussion unter den Teilnehmern - wird genügend Zeit einberaumt werden.

Der Anlass ist offen für jede interessierte Person und kostenlos - für kleine Essenshäppchen ist gesorgt. Aufgrund der Platzverhältnisse ist die Veranstaltung jedoch beschränkt auf max. 15 Teilnehmer. Um eine vorgängige Anmeldung bzw. Abmeldung per E-Mail an marco.hassler (at) namics.com oder via XING wird deshalb gebeten.

Ich würd mich sehr über zahlreiches Erscheinen und einen intensiven Knowhow-Austausch freuen.

Eckdaten
Datum: Di 3.11.2009
Zeit: 17:30 (bis ca. 19:30)
Örtlichkeit: Namics Office in Zürich (2 Gehminuten hinter dem Hauptbahnhof)
Anmeldung: marco.hassler (at) namics.com oder via XING

03. September 09

Die besten Web Analytics Blogs

Mittlerweile gibt es eine Reihe von guten und aktuellen Blogs zum Thema Web Analytics, Online Marketing, Suchmaschinenoptimierung usw. im Internet. Einige davon sind in der Blogroll rechts auch verlinkt.

Für die Neuauflage des Buches "Web Analytics" würde mich jedoch interessieren, welche Blogs aus dem Web Analytics- und Online-Marketing-Umfeld ihr lest und gut findet - vielleicht auch noch weniger bekannte, dafür qualitativ hochwertige. Eine Liste der relevantesten Blogs möchte ich nachher ins Buch mitaufnehmen.

Im Folgenden drum nun eine kurze Umfrage welche Blogs ihr lest und eine Abstimmung darüber, welche ihr als besonders gut und nützlich erachtet. Ich hab dabei eine Unterteilung in deutsch- und englischsprachige Blogs vorgenommen und ergänze die Liste gerne um weitere Blog-Vorschläge (bitte URL per Kommentar oder über das Freitextfeld "Andere" angeben).

Alle Blogs mit Themenbezug, welche in der Abstimmung bis Ende September mindestens 10 Stimmen erhalten, finden nachher den Weg in das gedruckte Buch. Die Top vier der Blogs gemäss der Abstimmung werde ich zudem an einigen Stellen noch speziell erwähnen bzw. hervorstreichen.

Damit die Abstimmung möglichst repräsentativ wird würd ich mich über breite Beteiligung freuen - drum gern auch weitersagen/verlinken/tweeten etc. Danke!


Deutschsprachige Web Analytics Blogs:


Englischsprachige Web Analytics Blogs:


Online-Marketing, SEO, SEM etc. Blogs:

05. August 09

Google Analytics Custom Reports - Anwendungsbeispiele

Wem die über 60 Standard-Reports (zumidnest soviele hab ich irgendwann mal gezählt) welche Google Analytics per default anbietet noch nicht ausreichen, der hat mit den benutzerdefinierten Berichten bzw. Custom Reports die Möglichkeit beliebige Reports selbst zusammenzustellen. Hat man zum Beispiel bei den Standard-Berichten das Gefühl hatte, eigentlich lieber andere Werte als Absprungrate & co. angezeigt zu haben, findet man bei den Custom Reports die Lösung. Direkt unterhalb der Navigtaion auf der linken findet sich der Einstieg zu diesem mächtigen Tool.

CustomReports_Navigation

Die Nutzung solcher benutzerdefinierte Berichte ist in folgenden Situationen sinnvoll:

  • Wenn Metriken aus verschiedenen Berichten nach eigenen Vorstellungen in einem kombiniert werden sollen
  • Wenn ein Bericht in mehrere (und flexibel definierbare) Unterstufen unterteilt werden soll, d.h. ein Drilldown eines Reports nach ausgewählten Segmenten gewünscht ist

Ersterer Fall tritt zum Beispiel dann ein, wenn man zu AdWords die Klicks, die Absprungrate und die Ziel-Conversion einblenden möchte. Diese typsicherweise auf drei verschiedenen Ansichten verteilten Keyword-Kennzahlen lassen sich so auf einer Ansicht vereinen. Die zweite Situation liegt dann vor, wenn man sich zum Beispiel im Bericht „Keywords“ bei Klick auf ein Keyword sich nicht wie implementiert die Detailmetriken anzeigen lassen möchte, sondern z.B. die Einstiegsseiten auf welchen Besucher je Keyword gelandet sind. Durch die benutzerdefinierte Unterordnung einer Dimension unter eine andere lässt sich ein solcher Bericht erstellen.

Benutzerdefinierte Berichte erstellen
Mittels dem Link „Neuen benutzerdefinierten Bericht erstellen“ im Bereich der benutzerdefinierten Berichte legt man einen neuen Bericht an. Auf der linken Seite erscheint nun ein neues Auswahlfeld, welches verschiedene Metriken und Dimensionen anbietet.

CustomReports_Erstellen 

Für die Erstellung von Berichten ist entscheidend, dass man sich des Unterschieds von Metriken und Dimensionen bewusst ist: Metriken sind vereinfacht gesagt Zahlenwerte, d.h. zum Beispiel die Absprungrate, Seiten pro Zugriff oder die durchschnittliche Besuchszeit. Jeder dieser Werte ist eine einzelne Zahl – entweder ein Prozentsatz oder ein absoluter Wert. Dimensionen hingegen sind Kategorien, in welche die Daten hineinfallen. Dazu zählen etwa die URLs der Einstiegsseiten oder der Verweisenden Seiten, die Namen von Suchmaschinen oder eingegebene Suchbegriffe.

Dimensionen und Metriken werden nun in einem Bericht kombiniert, zum Beispiel die Dimension „Suchbegriff“ mit der Metrik „Absprungrate“. Durch diese Kombination zeigt der Bericht anschliessend je Suchbegriff die jeweilige Absprungrate auf. Auf diese Weise können nun verschiedene Metriken auf eine Dimension angewendet werden.

Dazu zieht man einfach per Maus eine oder mehrere der links aufgelisteten und blau eingefärbten Metriken auf das entsprechend ausgesparte Feld im Inhaltsbereich des Berichts. Bei den grün eingefärbten Dimensionen geht man analog vor, wobei sich bei den Dimensionen fünf hierarchisch anordnen lassen. Durch diese Anordnung kann man sich später durchklicken um so die betrachteten Daten scheibchenweise einzugrenzen. Reicht der Platz für die Metriken nicht aus, lassen sich weitere Registerkarten ergänzen. Am besten gelingt die Berichterstellung übrigens, wenn man schon eine möglichst konkrete Vorstellung hat, wie der Bericht am Ende ausschauen soll.

Beim Zusammenstellen der Metriken und Dimensionen wird man feststellen, dass nicht immer alle Dimension und Metriken verfügbar sind bzw. manche gelegentlich ausgegraut sind. Dies hängt damit zusammen, dass Google gewisse Kombinationen nicht erlaubt bzw. nicht auswerten kann. Die erlaubten Kombinationen stellt Google in einer Matrix zusammen – in der Praxis ist es jedoch meist einfacher kurz auszuprobieren, ob eine gewünschte Kombination möglich ist.

Hat man einen Bericht per Drag&Drop zusammengestellt lässt sich dieser in der Vorschau anschauen. Entspricht der Bericht Ihren Vorstellungen, speichern Sie ihn und vergessen dabei nicht, dem Bericht einen sprechenden Titel zu vergeben, damit er später im Navigationsmenü links leicht zu finden ist. Die so gespeicherten Berichte sind übrigens nur für den jeweiligen Nutzer verfügbar - und nicht für andere Nutzer mit Zugriff auf das gleiche Konto oder Profil. Dieser Nachteil wird etwas dadurch wettgemacht, dass die Berichte für den Ersteller nicht nur in einem Profil, sondern in all seinen Profilen und Konten angewendet werden können.

Anwendungbeispiele
Und was kann man nun genau damit anstellen? Mögliche Fragestellungen, die sich so beantworten lassen sind zum Beispiel:

  • Welche Quelle bringt die treusten Besucher?
  • In welchem Land und welcher Region werden noch alte Browser eingesetzt?
  • Welche Position bei der Einblendung von AdWords führt zur höchsten Conversion-Rate?
  • Braucht man sich um Besucher, welche einen Safari-Browser einsetzen bei der Website-Gestaltung zu kümmern – Bzw. könnte es sein dass der kleine Nutzeranteil einen gewichtigen Beitrag zum Umsatz leistet, da diese Nutzergruppe weniger preissensibel ist?

Für die Fragestellung zur Ziel-Conversion-Rate von AdWords-Positionen zum Beispiel wählt man einen Satz von Metriken wie Absprungrate, Seiten/Zugriff, Durchschn. Besuchszeit und eben die Ziel-Conversion-Rate aus dem blauen Metrik-Auswahfeld aus. Als Dimension ergänzt man die Anzeigeposition, welche sich in der Gruppe der Zugriffsquellen befindet. Im Ergebnis erhält man ein Bericht wie untenstehend abgebildet. Für den untersuchten Fall lässt sich so erkennen, dass AdWords eine höhere Ziel-Conversion-Rate aufweisen, wenn sie erst ab Position 5 eingeblendet werden. Die obersten AdWords-Positionen bei Google.com (die drei Top-Links und der erste auf der rechten Seite) sind demnach für die gewählte Kampagne nicht unbedingt die effizientesten Plätze für eine Anzeige.

CustomReports_Keywordpositi

Das ist aber noch lange nicht alles, was man mit den Custom Reports Schlaues anstellen kann. Deshalb meine Frage:

Für welche Fragestellungen nutzen Sie die benutzerdefinierten Berichte und was sind Ihre Erfahrungen damit?

23. Juli 09

Exakte AdWords in Google Analytics tracken

Wer Google AdWords-Anzeigen schaltet, tut gut daran, die mit Google Analytics getrackte Website mit dem AdWords-Account zu verknüpfen. Das ist in einer Minute gemacht (hier beschrieben) und bringt sehr hilfreiche Erkenntnisse, wie sich AdWords-Klicker nachher auf der Website verhalten: Ob sie gleich wieder weg sind, wieviele Seiten sie betrachten, ob sie gar eine Bestellung abschliessen oder in sonst einer Form eine Conversion auslösen. Mehr als in den Google AdWords-Auswertungen lässt sich erkennen, wie erfolgreich bestimmte Keywords wirklich sind, z.B. in dem man nicht nur die Klickraten, sondern die Conversion-Rate oder gar den ROI der Keywords vergleicht (siehe Bild).

Keyword-Kosten

Soweit so gut. Ein Problem gibt es aber. Die in den Google Analytics Auswertungen dargestellten Keywords entsprechen exakt jenen, für welche man die Anzeigen geschaltet hat - und das ist nicht unbedingt der Suchbegriff, den ein User eingegeben hat: Wird z.B. auf den Begriff "Web Analytics" eine Anzeige geschaltet, dann wird diese auch bei der Suche nach "Web Analytics Tools" angezeigt. Klick ein Googler nach so einer Suche auf den Link, erscheint aber in den Google Anlytics Auswertungen trotzdem nur "Web Analytics" als Keyword, das den Besuch vermittelt hat. Damit entgeht einem ein wichtiger Teil der Information, nämlich wie der exakte Suchbegriff lautete. Grad wenn man für teures Klickgeld sehr allgemeine Begriffe schaltet, verhindert dies eine effiziente Kostenoptimierung der AdWords.

Nun lässt sich dies glücklicherweise mit Filtern in Google Analytics wieder geradebiegen, und zwar wie folgt:

  1. Nach dem GA-Login die Analytics-Einstellungen des gewünschten Profils bearbeiten
  2. In den Einstellungen zwei Filter hinzufügen (Link oben rechts im dritten Kasten)
  3. Folgende Filtereinstellungen treffen:

Filter1

Filter2

Was die Filter genau bewirken, muss man jetzt nicht unbedingt im Detail verstehen - kurz zusammengefasst sucht der erste Filter mittels einer Regular Expressions den exakten Suchbegriff heraus, der zweite ergänzt das Keyword um diesen Suchbegriff (in Klammer gesetzt). Im Ergebnis erhält man so in Google Analytics die gleichen Auswertungen, nur dass zu jedem Keyword in Klammer noch der exakte Suchbegriff ergänzt ist.

Keyword

Und noch ein kleiner Tipp: Solche Filter immer zuerst an einem Testprofil anwenden und mal schauen, dass sie richtig funktionieren. Denn wenn etwas schiefgeht, lassen sich verlorene Daten nicht mehr herstellen.

11. Juli 09

Welche Web Analytics-Themen interessieren? Antworten und gewinnen!

Wie bereits angekündigt, ist die zweite Auflage meines Web Analytics Buches in Bearbeitung. Nun geht’s an die Themenfindung für das angekündigte Zusatzkapitel (oder zur Ergänzung der bestehenden Kapitel). Bevor die Recherchen und das Schreiben beginnen gibt's was zu gewinnen (weiter unten) und mich interessiert:

Welches sind die brennendsten Themen im Web Analytics Umfeld, die grad am meisten beschäftigen?

Ist dies vielleicht...

  • Event-Tracking?
  • Social Media Analytics?
  • Twitter, Facebook & co?
  • Yahoo-Analytics?
  • Kniffs und Tricks mit Google Analytics?
  • Segmentierungs-Highlights?
  • Suchmaschinen und wie man mehr Traffic bekommt?
  • Qualitative Analyse von Nutzerfeedbacks?
  • ... welche anderen Themen?

Gerne würden mich eure Inputs und Gedanken interessieren (auch andere Themen als oben bereits genannte) - denn schlussendlich sollen in der neuen Auflage nicht nur Bildchen aktualisiert werden, sondern auch aktuell interessante Inhalte drinstehen.

Deshalb, bitte postet per Kommentar auf diesen Eintrag (E-Mail-Adresse für Rückfragen angeben) schreibt Thema, Idee oder Denkanstoss in das Kommentarfeld. Ich werd die Einträge konsolidieren, später  wird’s dann noch ein kleines Themen-Voting darüber geben.

Und was gibt’s denn nun zu gewinnen?

Genau, ich vergebe folgende beiden Bücher an zwei Teilnehmer:

Socialweb Social Web Design - Erfolgreiches Webdesign im Web 2.0
von Joshua Porter (im Wert von € 24,95)

Wer schon immer mal nachlesen wollte wie das Social Web funktioniert, warum Menschen sich online zusammenschliessen, und wie man das fürs eigene Geschäft nutzen kann, der findet hier das Buch dazu. Joshua Porter erklärt viel über die Psychologie der Nutzer, wie man sie zu einer Aktion motivieren kann und wo die kniffligsten Herausforderungen liegen.

Weitere Details zum Inhalt des Buchs finden sich hier.


Websiteboosting Website Boosting 2.0  - Suchmaschinen-Optimierung, Usability, Online-Marketing
von Mario Fischer (im Wert von € 34,95)

Der umfassende Klassiker, wenn es darum geht, die eigene Website zu erstellen, zu optimieren und zu vermarkten. Mario Fischer beschreibt sehr umfassend eine breite Palette von relevanten Online-Themen, darunter Usability, Suchmaschinenoptimierung, Online-Marketing, Affiliatemarketing und vieles mehr (… und auch etwas zu Web Analytics). Und Achtung: Das Ding ist fast 800 Seiten stark – wer’s nicht lesen mag, kann zumindest damit angeben :-)

Weitere Details zum Inhalt des Buchs finden sich hier.

Und was musst du tun, um teilzunehmen?

Ganz einfach, bis zum 24. Juli 2009, 23:59

  • Entweder: Folgenden Text von deinem Twitter-Account twittern: „RT @mhassler Welche Web Analytics-Themen interessieren? 2 spannende Fachbücher zu gewinnen! http://bit.ly/bjuvW #wa_buch
  • Oder: Auf deinem Blog einen Post zu diesem Web Analytics-Themenaufruf schreiben und Link auf diesen Eintrag setzen (auf Trackback-Adresse siehe unten)

Wer beides macht, verdoppelt seine Chance! Der Web Analytics-Themeninput per Kommentar ist natürlich Ehrensache.

Unter allen Teilnehmern bis zum genannten Zeitpunkt (Twitter-Zeit oder Trackback-Zeit) werden die beiden Sachpreise vergeben. Die Auswahl des Gewinners erfolgt durch mich über einen Zufallsmechanismus und kann nicht angefochten werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ich freu mich auf wertvolle Ideen und Anregungen und wünsche viel Glück bei der Verlosung! Dies ist übrigens nicht die letzte Chance, auf einfache Weise was zu gewinnen – drum Blog-Feed abonnieren  und auf Twitter followen.

12. Juni 09

Neuauflage des Buches – eine Community Edition?

Wenig mehr als ein halbes Jahr ist seit dem Launch meines Buches "Web Analytics" verstrichen - und schon neigen sich die Bestände der ersten Auflage dem Ende entgegen (noch hat‘s genug bei Amazon auf Lager, wer noch eins bestellen möchte :-) - und weiter unten gibt's gar noch eins zu gewinnen, also weiterlesen). An dieser Stelle möchte ich mich einmal ganz herzlich bei den vielen Lesern und natürlich vor allem Käufern bedanken. Höchste Zeit ist es nun aber auch, sich Gedanken über die zweite Auflage zu machen, welche nun im Herbst erscheinen soll.

Anders als sonst vielleicht üblich möchte ich die Neuauflage nämlich nicht einfach nur vom einen oder anderen allfälligen Druckfehler befreien, sondern neben der inhaltlichen Überarbeitung auch um ein oder zwei weitere Kapitel ergänzen. Nun haben mich die zahlreichen Leser-Feedbacks, Blog-Kommentare und verschiedenen anderen Diskussionen und Inputs im vergangenen halben Jahr dazu bewogen, auch die Neuauflage in interaktiver Form zu gestalten. Die zugegebenermassen etwas ungewöhnliche Idee für ein Einweg-Kommunikationskanal wie ein Buch ist es nämlich, die Erweiterung des Buches nicht nach meinem Gutdünken anzugehen, sondern bei jenen Themen anzusetzen, welche für euch am spannendsten sind oder welche noch die grössten Herausforderungen und weissen Flecken im Web Analytics-Umfeld darstellen. Auch ganz viele andere inhaltliche Teilbereiche – z.B. welches sind die wichtigsten Web Analytics Blogs und sollen die Liste im Buch ergänzen – würde ich gerne gemeinsam hier mit euch abstimmen. Vorbehaltlich der noch ausstehenden Zustimmung des Verlags wär das also die Gelegenheit, sozusagen aktiv an einem Buch mitzuwirken.

Und so viel sei auch schon mal verraten: Wer sich aktiv beteiligt, für den wird es einiges zu gewinnen geben – ich habe mir einiges an spannenden Goodies für inhaltliche Inputs überlegt. Damit auch jene mitmachen können, welche das Buch bislang noch nicht ihr Eigentum nennen gibts hic et nunc die einmalige Möglichkeit, ein solches zu gewinnen: Unter all meinen Twitter-Followers verlose ich am 16.6.09 um 24 Uhr ein Exemplar - also follow me on Twitter um teilzunehmen, die Chacen auf den Gewinn stehen gut! 

03. Juni 09

Site Search Analytics: Suchnutzung messen und auswerten

Ein Website-Besucher hat typischerweise zwei Strategien, wie er sich auf einer Website orientieren und Informationen finden kann: Die Navigation und die Suchfunktion auf der Website (Site Search). Einen Ansatz, wie man die Qualität der Navigation messen kann, wurde eben kürzlich hier in einem Post "Bedienbarkeit der Navigation auswerten" vorgestellt. Dass die Site Search aber fast beinahe so relevant ist wie die Navigation - gemäss einer Untersuchung von Forrester Research nutzen bis zu 50% der Besucher die Site Search als primäres Navigationsinstrument - geht bei Website-Betreibern gerne vergessen. Web Analytics Auswertungen zur Site Search sollten daher eine ähnlich hohe Beachtung geschenkt werden.

Suchnutzung

Zum Standard-Umfang von Web-Analytics Systemen zählen deshalb auch meist Auswertungen zu der internen Suche - allerdings muss man im Normalfall eine kleine technische Anpassung an der Website bzw. am implementierten Tracking-Code vornehmen, damit zum Beispiel die eingegebenen Begriff getracked werden. Im Fall von Google Analytics geht das auch mit ein paar Konfigurationseinstellungen ohne grosse technische Interaktion, sofern denn die Suchbegriffe mittels URL-Parameter übergeben werden (d.h. z.B. www.abc.de/suche.php?q=suchbegriff). Wie die Konfiguration bei Google Analytics genau funktioniert, ist hier gut beschrieben.

Setzt man eine solches Search Analytics ein, dann erhält man einige sehr nützliche Informationen über seine Besucher, nämlich:

  • Nach welchen Begriffen wird gesucht? Dies ist eine der seltenen Situationen, wo der Besucher sein Wunsch oder Begehren kundtut - seine Motivation für den Websitebesuch lässt sich so relativ einfach herausfinden. (Kleiner Exkurs: Einer der häufigsten Suchbegriff ist übrigens in meiner Erfahrung "", d.h. Benutzer tippen nichts in das Suchfeld ein sondern klicken direkt auf den Such-Button. Es lohnt sich also auf der Suchresultatseite die Leereingabe abzufangen und den Besucher kurz zu instruieren, dass er sein den Suchbegriff in das dafür vorgesehene Feld eingeben soll)

    SearchUsage

  • Zu welchen Begriffen findet die Suche keine Resultate? Diese Auswertung zeigt auf, wo ein Delta zwischen Wunsch des Besuchers und Angebot auf der Website besteht. Als Outdoor-Shop-Betreiber findet man so vielleicht heraus, dass viele Besucher nach "Kajaks" suchen, obschon keine entsprechende Artikel im Sortiment sind. Im Idealfall lassen sich so sogar neue Geschäftsfelder erschliessen.

  • Welche Resultate werden nach der Suche angeklickt bzw. welche Seiten aufgerufen? Anhand der Seiten lässt sich so etwa erahnen, welche Inhalte einem Bedürfnis entsprechen.
  • Wie oft wird in den Resultatseiten weitergeblättert? Damit lässt sich die Vermutung bestätigen (oder widerlegen), dass hauptsächlich die erste Resultatseite betrachtet wird. In untenstehendem Beispiel blättert z.B. nur rund ein Drittel der Suchenden auf eine der folgenden Seiten
  • Wie häufig wird der Suchbegriff verändert und erneut abgesendet? Ein hoher Anteil an solchen "Refinements" weist darauf hin, dass die Suche schlechte Ergebnisse liefert und der Besucher versucht mit einer Verfeinerung des Begriffs zu besseren Resultaten zu gelangen
  • Welcher Anteil der Nutzer beendet den Besuch, ohne in der Resultatseite auf ein Ergebnis zu klicken? Bei einem hohen Anteil solcher "Search Exits" sollten definitiv die Alarmglocken läuten - dann ist etwas nicht in Ordnung mit der Suche
  • Wie viele Seiten werden nach Nutzung der Suchfunktion betrachtet und wie lange dauert der Besuch danach noch? Ein längere Verweildauer oder mehrere aufgerufene Seiten nach einer Sucheingabe lassen hingegen darauf schliessen, dass die Suche für den Besucher nützliche Resultate geliefert hat

SucheKPI

Mit solchen Angaben erhält man schon einen sehr guten Überblick darüber, wie die Suche genutzt wird und wo man gegebenenfalls nach Verbesserungspotenzial suchen sollte. Für Website-Optimierer daher unbedingt zu empfehlen!

Was mir gleichwohl allerdings noch fehlt in den Standardauswertungen ist eine Aussage über die Qualität des Suchergebnisses: Hat der Nutzer wirklich das gefunden, was er wollte? Hat er anschliessend die Website zufrieden verlassen oder verärgert aufgegeben? Mit diesen etwas komplizierter auszuwertenden Fragestellungen werden wir uns demnächst in Teil 2 dieses Site Search Analytics-Posts befassen: Die Qualität der Site-Search messen und auswerten.


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Über den Autor

  • Marco Hassler ist Business Unit Manager und Partner beim IT- und Web-Dienstleister Namics.

    marco.hassler (at) gmail.com

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